Pflegekräfte von morgen

Praktikantinnen im Haus Schillerstraße

Datum:
Kategorie:

in ihrer Ausbildung unterstützen

Es ist uns ein großes Anliegen, angehende Pflegekräfte an der breiten Fachkompetenz unserer Mitarbeiter:innen teilhaben zu lassen. Über unterschiedliche Wege bieten wir zahlreiche Möglichkeiten, die ebenso jungen Menschen wie auch Quereinsteiger:innen den Zugang zu den Pflegeberufen öffnen. Neben Schnuppertagen, Ferialjobs, Lehr- und Zivildienststellen bieten wir ihnen im Rahmen der Ausbildung Praktikumsstellen an.

Ich geh mit-Tag und Boys‘ Day
Erste Einblicke in die vielfältigen Tätigkeiten der Pflegeberufe ermöglichen wir jungen Menschen bereits beim „Ich geh mit-Tag“, an dem Schüler:innen Erwachsene zur Arbeit begleiten und ihre Aufgaben im Arbeitsalltag kennenlernen können. Weil sie sich für einen Pflegeberuf interessiert, hat Linda im Juni ihre Tante zur Arbeit begleitet. Sie konnte die Bewohner:innen im Haus Nofels einen Tag lang begleiten und hat ihnen mit ihrem Harfenspiel große Freude bereitet. Lindas Resümee: „Die gesammelten Eindrücke bestärken mich darin, dass der Pflegeberuf mein zukünftiger Beruf sein könnte.“

Der jährlich stattfindende Boys‘ Day bietet besonders jungen Burschen die Möglichkeit, soziale Berufe kennenzulernen, Eindrücke direkt an den Arbeitsplätzen zu sammeln und Fragen an das Fachpersonal zu stellen. Mittelschüler erhalten dabei die Chance, sich selbst eine Vorstellung von den verschiedenen Berufsbildern in einer Pflegeeinrichtung zu machen. An verschiedenen Stationen wurde ihnen von unsren Mitarbeiter:innen ein besseres Verständnis für altersbedingte Einschränkungen vermittelt, die Handhabung technischer Hilfsmittel im Pflegealltag demonstriert u.s.w.. „Ich hatte mir die Arbeit im Pflegeheim anders vorgestellt. Die Stunden hier waren sehr interessant. Ich habe realisiert, dass man beim Heben mit sehr viel Gefühl arbeiten muss. Ältere Menschen müssen generell mit viel Vorsicht behandelt werden“, fasste Maximilian seine Erfahrungen im Rahmen des Boys‘ Day zusammen.

Mehr als nur ein Ferialjob
Abwechslungsreich und verantwortungsvoll gestalten sich auch die verschiedenen Ferialtätigkeiten, die in diesem Jahr von 45 jungen Menschen in unseren vier Pflegeheimen ausgeübt wurden. Sie brachten ihr Engagement und ihre Fähigkeiten in der Küche und Reinigung, aber auch in der Verwaltung und als Heimhilfe ein. Nicht nur von den Mitarbeitenden werden die jungen Engagierten sehr geschätzt, besonders die Bewohner:innen erfreuen sich immer wieder über ihr Dasein und ihre Unterstützung.

Nach einem Ferialjob als Küchenhilfe in einem Hotel entschied sich der 15-jährige Benedikt auch in diesem Jahr für einen Ferialjob in der Küche. Schnell hat er die Vorzüge der Arbeit in unserer Küche zu schätzen gelernt: Der Arbeitsalltag ist weniger stressig, die Arbeitszeiten attraktiv. Den Speisewagen in den Wohnbereich zu fahren, verband Benedikt stets mit ein paar interessanten Gesprächen mit den Bewohner:innen. Ebenso wie bei der gleichaltrigen Lisa, die den Kontakt mit den Bewohner:innen im Rahmen ihrer Funktion als Reinigungskraft sehr geschätzt hat, hat das die Neugier auf einen künftigen Ferialjob als Heimhilfe geweckt.

Auch unser neuer Lehrling Katharina Fehr hat den Weg zu uns u.a. über ihren Ferialjob gefunden. Ebenso wie Annika Gabriel absolviert sie aktuell die Ausbildung zur Betriebsdienstleisterin bei uns.

Von der Theorie zur Praxis
Im Rahmen der verschiedenen Ausbildungen bieten wir angehenden Pflegekräften zahlreiche Praktikumsstellen, vermitteln ihnen die praktische Anwendung ihres Theoriewissens und unterstützen sie bei der Erarbeitung ihrer Fachprojektarbeiten.

Begleitet werden sie dabei u.a. von sogenannten Praxisanleiter:innen wie Zemira Dzananovic oder Franziska Fehr. Als Pflegefachkräfte haben sie sich zusätzlich in einem FH-Lehrgang das Wissen zur „Anleitung und Begleitung von Auszubildenden“ angeeignet. „Ich versuche, den Schüler:innen die Unterschiede zwischen der theoretischen Ausbildung und der Praxis zu vermitteln. Sie sollen lernen, vernetzt zu denken und jede:n Bewohner:in ganzheitlich zu sehen und nicht nur die Erkrankung und Symptome“, erzählt Zamira. „Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Schülerbetreuung ist die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler:innen. Dazu gehört, dass sie lernen, kritikfähig zu sein und ihr Handeln zu reflektieren.“

Je nach Ausbildung stehen für die Abschlussprüfung verschiedene Arbeitsaufträge in Form von Fachprojekten auf der Agenda der Auszubildenden. Die Ausarbeitung von verschiedenen Fragestellungen, die Ideenfindung, die Recherche etc. unterstützen wir sehr gerne – denn schlussendlich profitieren wir stark von praxisbezogenen Fachexpertisen. Kürzlich haben sich vier FH-Studenten mit der Neuorganisation des zeit- und personalintensiven Medikamentenmanagements befasst und wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Vom Praktikums- zum Arbeitgeber
Wenig überraschend zeigt die Erfahrung, dass sich die Investitionen in die Auszubildenden lohnen. Kürzlich durften wir drei neue Fachsozialbetreuerinnen in unserem Team willkommen heißen. Sozialbetreuer:innen für Altenarbeit zeichnen sich vor allem durch Eigenschaften wie Empathie,  Freundlichkeit, Humor und hohe Belastbarkeit aus. Sie können auf die individuellen Bedürfnisse alter Menschen eingehen, deren Ressourcen erkennen bzw. fördern und unterstützen sie dabei, ihr Leben möglichst selbständig zu führen. Sie verfügen nicht nur über pflegerische Kompetenzen, sie wissen auch um die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die im Alter häufig auftreten.

Vielfach sind es Frauen und Männer, die bereits viel Lebenserfahrung haben und früher einer völlig anderen Arbeit nachgegangen sind. So wie Betül, Gabriele und Ernada, die kürzlich ihre Ausbildung zu Fachsozialbetreuerinnen an der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Bregenz erfolgreich absolviert haben. Bereits während ihrer Ausbildung über die Implacementstiftung connexia durften wir sie als Praktikumsgeber begleiten. Es freut uns sehr, sie jetzt als fixe Teammitglieder in unseren Häusern Nofels, Tosters und Gisingen zu haben.

Alleine im Jahr 2021 durften wir in rund 40.000 Stunden zahlreiche Schüler:innen, Praktikant:innen und Teilnehmer:innen des freiwilligen Sozialjahres, Zivildiener und Ferialkräfte begleiten und von ihrer Unterstützung profitieren.

Zivildiener 8.760 Stunden
Schüler:innen / Praktikant:innen 21.800 Stunden
Ferialkräfte 6.150 Stunden
Teilnehmer:innen Freiwilliges Soziales Jahr 3.200 Stunden

 

zurück zur Übersicht